Bier in Gaming: die Sorten aus dem Gaminger Kartausenbräu

Wer nach Bier in Gaming sucht, kommt an einem ehemaligen Kartäuserkloster nicht vorbei. Im Hotel Kartause Gaming wird seit 2008 gebraut, 2019 kam eine komplett neue Brauerei dazu. Unter dem Namen Gaminger Kartausenbräu entstehen dort sieben Sorten im Standardsortiment, dazu ein Radler, ein alkoholfreies Bier und saisonale Spezialitäten. Dieser Beitrag geht das Sortiment der Reihe nach durch, sagt Ihnen, woher Malz und Hopfen kommen, und zeigt, wo Sie die Biere trinken und wie Sie sie nach Hause bekommen.
Bier in Gaming: seit 2008 wird im Klosterhof gebraut
Nach der Auflassung des Klosters und der späteren Renovierung der Kartause wird seit 2008 wieder Bier gebraut. 2019 folgte der nächste Meilenstein: Eine rundum neue Brauerei wurde installiert und in Betrieb genommen. Verantwortlich für die Produktion sind Braumeister Sebastian Dorrer und sein Team. Die Biere reifen mindestens vier Wochen, bevor sie auf der hauseigenen Abfüllanlage in Flaschen kommen — eine Reifezeit, die man den Sorten anschmeckt.
Der Fokus liegt auf traditionellen österreichischen Sorten. Märzen, Zwickel und Dunkles bilden den Kern, Spezialitäten wie Stout und Honey Ale runden das Standardsortiment ab. Dazu kommen saisonale Biere, allen voran der Weihnachtsbock. Eine Übersicht mit allen Sorten und ihren Werten finden Sie auf der Seite der hauseigenen Brauerei.
Gaming trägt übrigens den Beinamen GeBIERgsdorf, und das nicht ohne Grund: Neben dem Kartausenbräu gibt es mit Bruckners Erzbräu eine zweite Privatbrauerei im Ort. Wer das Thema lieber zu Fuß angeht, findet mit dem GeBIERgsweg einen Wanderweg dazu — wie er verläuft und wo Sie danach einkehren, lesen Sie im Beitrag über den GeBIERgsweg in Gaming.
Märzen, Helles und Dunkles: die drei Klassiker
Das Märzen ist das Alltagsbier des Hauses: ein filtriertes untergäriges Vollbier, klar hopfenbetont, kräftig und vollmundig mit herzhafter Würze. Mit 11,8 Grad Stammwürze und 5,0 Prozent Alkohol liegt es dort, wo ein österreichisches Märzen liegen soll. Es ist die einzige Sorte, die es sowohl in der 0,33-Liter- als auch in der 0,5-Liter-Flasche gibt.
Das Helle, im Haus Zwickel genannt, bleibt unfiltriert. Es kommt goldgelb ins Glas, riecht leicht malzig mit angenehmen Hefetönen und bringt am Gaumen eine gute Hopfenbittere mit, die sich mit einer leichten Süße verträgt. Werte: 11,9 Grad Stammwürze, 5,0 Prozent Alkohol, 0,33-Liter-Flasche.
Das Dunkle nach Münchner Art ist kastanienfarben, ebenfalls unfiltriert und hat einen cremigen Schaum. In der Nase fein karamellig, am Gaumen eine gute Malzbittere, umrahmt von Karamelltönen, mit langem weichem Nachtrunk. Es steht bei 12,9 Grad Stammwürze und 5,3 Prozent Alkohol und kommt in der 0,33-Liter-Flasche.
Ein Wort zur Stammwürze, weil sie bei jeder Sorte dabeisteht: Sie gibt an, wie viel gelöster Extrakt — im Wesentlichen Malzzucker — vor der Gärung in der Würze steckt. Je höher der Wert, desto mehr Substanz hat das Bier und desto mehr Alkohol kann daraus entstehen. Ein Wert um 11 bis 12 Grad steht für ein klassisches Vollbier, alles ab 16 Grad für ein Starkbier. Wer die Zahlen der sieben Sorten nebeneinanderlegt, sieht das Sortiment auf einen Blick: vom Alten Kartäuser mit 11,7 Grad bis zum Honey Ale mit 17,9 Grad.
Weizen, Stout und Alter Kartäuser
Das Weizen leuchtet gelb und trägt eine feine Schaumkrone. Charakteristisch sind die frische obergärige Hefeblume und ein intensives Bananenaroma. Im Antrunk weich und mild, mit erfrischender Rezenz und einem schlanken Körper, den würzig-fruchtige Noten begleiten. Es hat 12,9 Grad Stammwürze, 5,4 Prozent Alkohol und kommt ausschließlich in der 0,5-Liter-Flasche.
Das Stout ist tiefschwarz mit feinem cremigem Schaum. Der Antrunk ist kräftig malzig mit Kaffee- und Lakritznoten, Bitterschokolade unterstreicht den Gesamteindruck, der Abgang bleibt trocken und mild. Mit 15,9 Grad Stammwürze und 6,0 Prozent Alkohol gehört es zu den kräftigeren Sorten im Haus.
Der Alte Kartäuser ist ein Altbier und trägt den Namen des Ordens, der dieses Kloster einst bewohnt hat. Das kupferfarbene Vollbier besticht in der Nase mit Brot- und Toastaromen, im Antrunk merkt man eine breite Malznote, die an Kekse und Bonbons erinnert, und im Abgang legt es mit herben, meist sogar bitteren Hopfenaromen nach. 11,7 Grad Stammwürze, 5,0 Prozent Alkohol, 0,5-Liter-Flasche.
Chez Pierre Honey Ale, BIERnen Radler und das alkoholfreie
Das Chez Pierre Honey Ale ist das stärkste Bier im Sortiment: ein amberfarbenes, leicht opales Starkbier mit 17,9 Grad Stammwürze und 8,0 Prozent Alkohol. Am Gaumen erkennt man Honig-, Mandel- und Whiskeyaromen, der Antrunk ist kräftig, eine leichte Hopfenbittere prägt das Bier. Das Aromaprofil erinnert an Starkbiere aus Belgien, mit einer dezenten Honignote. Ein Bier für den langsamen Abend, nicht für den großen Durst.
Am anderen Ende der Skala steht der BIERnen Radler mit 2,6 Prozent Alkohol. Er entsteht in Zusammenarbeit mit der Manufaktur Hechals Biospezialitäten und besteht zu 60 Prozent aus Vollbier und zu 40 Prozent aus Birnensaft — eine Mischung, die im Mostviertel naheliegt und im Sommer gut in den Gastgarten passt.
Wer mit dem Auto unterwegs ist, greift zum alkoholfreien Bier. Es ist naturtrüb, golden und bringt intensive Hopfenaromen mit. Der Geschmack vereint blumige und leicht würzige Noten mit einer milden Malzsüße, dazu kommen eine erfrischende Kohlensäure und ein langanhaltender, hopfiger Abgang. Es gibt es in der 0,33- und in der 0,5-Liter-Flasche.
Woher Malz, Hopfen und Wasser kommen
Bier braucht vier Zutaten: Hopfen, Wasser, Getreide in Form von Malz und Hefe. Den Großteil dieser Rohstoffe bezieht die Brauerei aus dem näheren Umfeld. Das Getreide wächst im Mostviertel und wird anschließend in Grieskirchen in Oberösterreich zu Malz verarbeitet. Der Hopfen kommt von den Feldern des Mühlviertels.
Das ist keine Nebensächlichkeit, sondern ein Teil der Erklärung, warum ein Märzen aus Gaming anders schmeckt als eines aus einer Großbrauerei: Kurze Wege heißen kleinere Partien, und kleinere Partien lassen sich enger führen. Wer wissen will, welche Sorte gerade frisch abgefüllt wurde, fragt am besten direkt im Haus nach.
Das Siegel der unabhängigen Privatbrauereien
Seit Jänner 2022 trägt das Gaminger Kartausenbräu das Siegel der unabhängigen Privatbrauereien Österreichs. Es besagt, dass der Betrieb nicht von einem Konzern abhängt, fördert die heimische Bierkultur und sichert die Wertschöpfung in Österreich. Für Sie als Gast heißt das schlicht: Das Bier, das im Kartausenkeller ins Glas kommt, wurde ein paar Meter weiter gebraut und abgefüllt.
Wo Sie das Kartausenbräu trinken und wie es nach Hause kommt
Der naheliegendste Ort ist der Kartausenkeller, das Restaurant im Haus. Dort gibt es das Bier zum Wochenmenü und zu den monatlichen Schwerpunkten, wahlweise im gemütlichen Johannastüberl, im hellen Wintergarten oder im urigen Gwölb. Die aktuellen Öffnungszeiten stehen auf der Restaurantseite — sie ändern sich saisonal, ein Blick vorher zahlt sich aus.
Welches Bier zu welchem Teller passt, ist Geschmackssache, ein paar Faustregeln helfen aber: Das Märzen verträgt sich mit fast allem, was aus der Pfanne kommt, das Dunkle mit Geschmortem und dunklen Saucen, das Weizen mit hellem Fleisch und mit allem, was süßlich gewürzt ist. Das Stout passt eher zum Nachtisch als zum Hauptgang — Kaffee- und Schokoladennoten treffen sich dort mit dem, was auf dem Löffel liegt. Und der Alte Kartäuser ist das Bier für die Runde nach dem Essen, wenn niemand mehr Hunger hat, aber auch noch niemand gehen will.
Wer mehr als ein Glas vorhat, bleibt gleich über Nacht. Das Hotel im Haus hat Appartements sowie Einzel- und Doppelzimmer in den Häusern Johanna und Albrecht, dazu einfacher ausgestattete Zimmer in den Häusern Elisabeth und Franziskus. Ein reichhaltiges Frühstück ist jeweils dabei.
Nach Hause bestellen können Sie das Bier ebenfalls: Auf der Seite der Brauerei stellen Sie sich Ihre Kiste aus zwölf Flaschen selbst zusammen, die aktuellen Flaschen- und Versandpreise stehen direkt im Bestellformular. Der Weihnachtsbock wiederum gehört zur Flammenden Kartausenweihnacht, dem Adventmarkt im Haus; wann er heuer stattfindet, steht bei den Veranstaltungen.
Häufige Fragen zum Bier aus Gaming
Welche Biersorten gehören zum Gaminger Kartausenbräu?
Zum Standardsortiment gehören Märzen, Helles (Zwickel), Dunkles (Münchner), Weizen, Stout, Chez Pierre Honey Ale und Alter Kartäuser. Dazu kommen der BIERnen Radler, ein alkoholfreies Bier und saisonale Sorten wie der Weihnachtsbock.
Seit wann wird in der Kartause Gaming gebraut?
Seit 2008. Im Jahr 2019 wurde eine rundum neue Brauerei installiert und in Betrieb genommen. Braumeister ist Sebastian Dorrer.
Wie lange reifen die Biere?
Mindestens vier Wochen. Danach werden sie auf der hauseigenen Abfüllanlage in Flaschen gefüllt.
Kann man das Bier nach Hause bestellen?
Ja. Über das Bestellformular auf der Seite der Brauerei lässt sich eine Kiste mit zwölf Flaschen zusammenstellen und versenden. Die jeweils gültigen Preise und Versandkosten stehen dort.
Gibt es auch ein alkoholfreies Bier?
Ja, ein naturtrübes alkoholfreies Bier in der 0,33- und in der 0,5-Liter-Flasche. Der BIERnen Radler liegt mit 2,6 Prozent ebenfalls im leichten Bereich.
Was ist der Unterschied zwischen Kartausenbräu und Erzbräu?
Das sind zwei verschiedene Betriebe. Das Gaminger Kartausenbräu wird im Hotel Kartause Gaming gebraut, Bruckners Erzbräu ist die zweite Privatbrauerei im Ort. Gaming trägt deshalb den Beinamen GeBIERgsdorf.
Fazit
Bier in Gaming heißt sieben Standardsorten plus Radler, alkoholfreies Bier und saisonale Spezialitäten, gebraut seit 2008 in einem ehemaligen Kartäuserkloster, gereift über mindestens vier Wochen und abgefüllt im eigenen Haus. Wer im Mostviertel unterwegs ist, trinkt das Kartausenbräu am besten dort, wo es entsteht: im Kartausenkeller, nach einer Runde am GeBIERgsweg oder zum Abendessen vor der Nächtigung. Und wer daheim weitermachen will, schickt sich eine Kiste nach.