Bierweg Gaming: der GeBIERgsweg und wo Sie danach einkehren

Der Bierweg Gaming ist einer der wenigen Wanderwege Österreichs, bei dem das Ziel im Glas steht. Achtzehn Wissensstationen erklären unterwegs, wie aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe ein Bier entsteht — und am Ende der Runde liegt ein Haus, das dieses Handwerk seit 2008 selbst betreibt. Wir zeigen Ihnen, welche der beiden Runden zu Ihnen passt, was Sie unterwegs erwartet und wo Sie danach einkehren, verkosten und übernachten können.
Was der Bierweg Gaming ist
Gaming nennt sich selbst GeBIERgsdorf, und der Weg, der diesem Beinamen zugrunde liegt, heißt offiziell GeBIERgsweg. Er führt als Rundweg durch den Ort und die umliegende Landschaft der Voralpen und erklärt an achtzehn Stationen das Bierbrauen — nicht als Werbetafel, sondern als Lehrpfad, den man in Ruhe abgehen kann.
Zwei Privatbrauereien liegen an diesem Weg: die hauseigene Brauerei im Hotel Kartause Gaming und Bruckners Erzbräu. Für einen Ort dieser Größe ist das bemerkenswert — und es macht den Unterschied zu einem reinen Themenweg. Sie lesen unterwegs nicht nur, wie Bier entsteht, Sie können es am selben Tag auch probieren. Ein Bierbrunnen mit Rastplatz am See gehört ebenso zum Weg.
Der Beiname GeBIERgsdorf ist dabei keine reine Marketingidee. Am Weg und im Ort liegen zahlreiche Partnerbetriebe, die das Thema mittragen — von der Gastronomie bis zu den Betrieben, die die Stationen betreuen. Für Sie als Gast heißt das: Sie laufen nicht durch eine Kulisse, sondern durch einen Ort, der tatsächlich vom Bier lebt.
Seidel-Runde oder Krügerl-Runde: welche Variante passt zu Ihnen
Der Weg ist in zwei Varianten aufgeteilt, und die Entscheidung fällt vor allem über die Zeit, die Sie mitbringen.
- Die Seidel-Runde misst rund drei Kilometer und ist in etwa einer Stunde zu schaffen. Sie umfasst die ersten sieben Stationen, in denen es um die Inhaltsstoffe des Bieres geht.
- Die Krügerl-Runde ist mit rund sechs Kilometern doppelt so lang und dauert etwa zwei Stunden. Sie schließt die weiteren elf Stationen ein, die den Brauprozess Schritt für Schritt erläutern.
Wenn Sie mit kleineren Kindern unterwegs sind oder den Nachmittag noch anders verplant haben, ist die Seidel-Runde die vernünftige Wahl. Wer den Vormittag frei hat und das Thema wirklich verstehen möchte, nimmt die Krügerl-Runde — der Brauprozess erschließt sich erst über die zweite Hälfte der Stationen.
Die achtzehn Stationen: vom Rohstoff bis ins Glas
Der Aufbau des Weges folgt der Logik des Brauens selbst. Zuerst die Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe — was sie sind, woher sie kommen, warum ihre Qualität über den Geschmack entscheidet. Danach die Verarbeitung: Maischen, Läutern, Kochen, Gären, Reifen.
Das klingt technisch, ist unterwegs aber angenehm zu lesen, weil jede Station für sich steht. Sie müssen nichts mitschreiben und nichts vorher wissen. Genau deshalb funktioniert der Weg auch für Gruppen, in denen nicht alle gleich viel Interesse am Thema mitbringen: Wer mag, bleibt stehen, wer lieber geht, geht weiter.
Angenehm ist auch, dass der Weg keine Einbahn ist. Sie können die Seidel-Runde gehen und später wiederkommen, um die zweite Hälfte anzuhängen. Wer mit einer gemischten Gruppe unterwegs ist, teilt sich am Abzweig einfach auf und trifft sich später zur Einkehr wieder — das nimmt der Planung den Druck.
Zwei Privatbrauereien an einem Weg
Dass in Gaming gleich zwei Betriebe brauen, ist der eigentliche Reiz für alle, die sich für Bier interessieren. Sie erleben an einem Tag zwei verschiedene Handschriften — unterschiedliche Sorten, unterschiedliche Schwerpunkte, unterschiedliche Häuser. Ein Vergleich, für den Sie sonst zwei Ausflüge bräuchten.
Die Brauerei im Hotel Kartause Gaming können Sie dabei direkt in den Tag einbauen, weil Restaurant, Brauerei und Hotel im selben Haus liegen. Mehr dazu finden Sie auf der Seite zur hauseigenen Brauerei.
Nach der Runde einkehren: der Kartausenkeller
Sechs Kilometer machen hungrig, und der naheliegende Platz dafür ist der Kartausenkeller. Das Restaurant bietet ein Wochenmenü und wechselnde monatliche Schwerpunkte, dazu regionale Spezialitäten. Sie sitzen wahlweise im gemütlichen Johannastüberl, im hellen Wintergarten oder im urigen Gwölb — drei Räume mit sehr unterschiedlichem Charakter im selben Haus.
Für Wanderer praktisch: An Freitag und Samstag ist die warme Küche durchgehend von 11:30 bis 20:00 Uhr geöffnet, Sie sind also nicht an ein enges Mittagsfenster gebunden. Die aktuellen Zeiten für die übrigen Tage stehen auf der Seite zum Restaurant Kartausenkeller. Eine Reservierung ist besonders an Wochenenden zu empfehlen.
Für Gruppen ist der Kartausenkeller ein praktischer Endpunkt, weil sich die drei Räume unterschiedlich belegen lassen. Eine Wandergruppe sitzt im Gwölb anders als eine Familie im Wintergarten, und beides ist im selben Haus möglich. Sprechen Sie größere Runden bitte vorab ab, dann ist der Tisch auch nach der Runde noch frei.
Die Biere aus der Kartause verkosten
Gebraut wird hier seit 2008. 2019 kam der nächste Schritt: eine rundum neue Brauerei wurde installiert und in Betrieb genommen. Braumeister Sebastian Dorrer und sein Team verantworten die Produktion, die Biere reifen mindestens vier Wochen und werden auf der hauseigenen Abfüllanlage abgefüllt.
Der Schwerpunkt liegt auf traditionellen österreichischen Sorten. Das Märzen ist ein filtriertes untergäriges Vollbier, klar und hopfenbetont. Das Helle wird als unfiltriertes Zwickel ausgebaut, mit angenehmen Hefetönen. Dazu kommen ein Dunkles nach Münchner Art mit Karamellnoten und ein Weizen mit dem charakteristischen Bananenaroma.
Interessanter für Verkoster sind die Spezialitäten: ein tiefschwarzes Stout mit Kaffee- und Lakritznoten, das Chez Pierre Honey Ale als amberfarbenes Starkbier mit Honig-, Mandel- und Whiskeyaromen, und der Alte Kartäuser, ein kupferfarbenes Altbier mit Brot- und Toastaromen. Der BIERnen Radler entsteht in Zusammenarbeit mit Hechal’s Biospezialitäten und besteht zu 60 Prozent aus Vollbier und zu 40 Prozent aus Bio-Birnensaft. Saisonal kommen weitere Sorten dazu, etwa ein Weihnachtsbock.
Aus dem Ausflug eine Nächtigung machen
Wenn Sie nach der Runde und einer Verkostung nicht mehr ans Autofahren denken möchten, ist das die vernünftigste Variante überhaupt — und der eigentliche Vorteil dieses Standorts. Die Zimmer verteilen sich auf mehrere Häuser der Anlage: Appartements und Zimmer im Haus Johanna und im Haus Albrecht, dazu einfacher ausgestattete Zimmer in den Häusern Elisabeth und Franziskus. Ein reichhaltiges Frühstück ist jeweils inbegriffen.
Für Wandergruppen, Vereine und Firmenausflüge lässt sich daraus ein geschlossenes Programm machen: Runde am Vormittag, Einkehr am Nachmittag, Nächtigung im Haus. Die Zimmerkategorien und aktuellen Preise finden Sie auf der Seite zum Hotel, größere Gruppen und Rahmenprogramme lassen sich über die Veranstaltungen abstimmen.
Firmen nutzen dieselbe Kombination gerne als Rahmenprogramm: Der Weg gibt einem Team etwas zu tun, das nicht nach Programmpunkt aussieht, und die Verkostung danach ist ein besserer Gesprächsanlass als jede Abendveranstaltung. Wie sich das mit Tagungsräumen verbinden lässt, steht auf der Seite zum Seminarangebot.
Die beste Zeit für den Bierweg Gaming
Der Weg ist als Rundweg das ganze Jahr über begehbar, seine schönste Zeit hat er aber im Frühjahr und im Herbst. Im Sommer sind die schattigen Abschnitte angenehm, im Herbst kommt die Landschaft des Mostviertels zur Geltung, und die kräftigeren Biersorten passen deutlich besser zur Jahreszeit als im Hochsommer.
Festes Schuhwerk genügt, alpine Ausrüstung braucht es nicht. Planen Sie für die Krügerl-Runde eher zweieinhalb Stunden ein, wenn Sie die Stationen tatsächlich lesen möchten — die reine Gehzeit von zwei Stunden rechnet das Stehenbleiben nicht mit.
Häufige Fragen zum Bierweg Gaming
Wie lang ist der Bierweg Gaming?
Es gibt zwei Varianten: die Seidel-Runde mit rund drei Kilometern und etwa einer Stunde Gehzeit sowie die Krügerl-Runde mit rund sechs Kilometern und etwa zwei Stunden. Insgesamt liegen achtzehn Stationen am Weg.
Ist der GeBIERgsweg für Kinder geeignet?
Ja. Die Seidel-Runde ist mit drei Kilometern gut familientauglich, und die Stationen zu den Rohstoffen sind auch für Kinder anschaulich. Der Bierbrunnen mit dem Rastplatz am See ist ein natürlicher Pausenpunkt.
Kann man das Bier vor Ort verkosten und kaufen?
Ja. Die Biere aus der hauseigenen Brauerei werden im Haus ausgeschenkt und in 0,33- und 0,5-Liter-Flaschen abgefüllt. Die Sorten und die Bestellmöglichkeit finden Sie auf der Seite zur Brauerei.
Muss ich mich für den Weg anmelden?
Für den Weg selbst nicht, er ist frei begehbar. Für die Einkehr im Kartausenkeller empfehlen wir eine Reservierung, für Gruppen ist sie sinnvoll. Für eine Nächtigung buchen Sie am besten im Voraus.
Wie kommt man nach Gaming?
Gaming liegt im westlichen Mostviertel am Fuß der Voralpen. Die Anreise erfolgt üblicherweise mit dem Auto; wer verkosten möchte, plant die Nächtigung gleich mit ein.
Fazit
Der Bierweg Gaming ist mehr als ein Themenweg mit Tafeln. Achtzehn Stationen, zwei Runden für unterschiedlich viel Zeit, zwei Privatbrauereien im selben Ort — und am Ende ein Haus, in dem Brauerei, Restaurant und Hotel zusammenliegen. Damit wird aus einer Wanderung ohne Aufwand ein ganzer Tag oder ein Wochenende. Wenn Sie den Weg ohnehin vorhaben: Planen Sie die Einkehr gleich mit und übernachten Sie im Haus. Der Unterschied zwischen einem netten Spaziergang und einem Ausflug, von dem man erzählt, liegt genau darin.