Ötscher Tropfsteinhöhle: Ausflug ab Gaming mit Einkehr in der Kartause

Die Ötscher Tropfsteinhöhle liegt im Gemeindegebiet von Gaming, mitten im Naturpark Ötscher-Tormäuer, und ist eine der Schauhöhlen Niederösterreichs: 575 Meter lang, 54 Meter tief, mit Tropfsteinen, hohen Hallen und einem kleinen See am tiefsten Punkt. Für einen Halbtagesausflug passt sie genau. Die Führung dauert rund eine Dreiviertelstunde, dazu kommt der Weg hin und zurück. Was nach der Höhle fehlt, ist ein Platz für das Essen, ein frisch gezapftes Bier und, wenn Sie bleiben möchten, ein Bett. Dieser Beitrag beschreibt, was Sie unter Tage erwartet, wann die Höhle geöffnet ist, wie Sie hinkommen und warum sich das Hotel Kartause Gaming als Ausgangspunkt für diesen Ausflug anbietet.
Die Ötscher Tropfsteinhöhle in Zahlen
Bevor es um Hallen und Tropfsteine geht, die nüchternen Eckdaten. Sie helfen bei der Planung, vor allem, wenn Sie mit Kindern oder einer größeren Gruppe unterwegs sind.
- Lage: Tormäuerstraße 64, 3292 Gaming, im Naturpark Ötscher-Tormäuer
- Länge und Tiefe: rund 575 Meter lang, maximal 54 Meter tief
- Höhleneingang: auf etwa 700 Metern Seehöhe
- Gestein: Gutensteiner Kalk
- Besuch: nur mit Führung, Dauer rund 45 Minuten, insgesamt etwa eine Stunde Zeitbedarf
- Betreuung: Naturfreunde Kienberg-Gaming
- Führungen für Besucher: seit 1926
Die Zahlen stammen von der Gemeinde Gaming, den Naturfreunden Kienberg-Gaming und dem Verband Österreichischer Höhlenforschung. Wer genau plant, sollte sie vor dem Besuch noch einmal bei den Naturfreunden gegenprüfen, denn Führungszeiten können sich von Saison zu Saison ändern.
Was Sie unter Tage sehen
Der Überlieferung nach waren es Holzknechte, vermutlich auf der Suche nach Silbererz, die als Erste durch einen Schacht stiegen, der in der Gegend lange als Wetterloch bekannt war. Was sie dort fanden, ist bis heute der Grund für den Besuch: Kalk, den das Wasser über sehr lange Zeit zu Säulen, Vorhängen und Zapfen geformt hat.
Die Führung beginnt mit dem Abstieg über eiserne, rutschfeste Stiegen. Danach geht es auf einem betonierten Führungsweg durch die Höhle bis zu ihrem tiefsten Punkt. Unterwegs tragen die einzelnen Abschnitte Namen, die sich die Besucher seit Generationen merken: die Märchenhalle, der Hohe Dom, die Halle der feurigen Zungen und der Zaubergang. Eine Tropfsteinfigur trägt den Namen Schneewittchen. Ganz unten liegt der Untersee, eine Wasserfläche von rund 100 Quadratmetern.
Die Höhlenführer erklären unterwegs, wie die Formationen entstanden sind und woran man erkennt, ob ein Tropfstein von oben oder von unten wächst. Für Kinder ist das oft der Teil, der am längsten in Erinnerung bleibt. Für Erwachsene ist es der Moment, in dem man merkt, wie still es unter der Erde ist.
Saison und Führungen: wann die Höhle offen ist
Die Ötscher Tropfsteinhöhle ist eine Sommerhöhle. Laut Gemeinde Gaming und Naturfreunden Kienberg-Gaming gelten diese Zeiten:
- Saison: 1. Mai bis 26. Oktober
- Führungen: samstags, sonntags und an Feiertagen von 9 bis 16 Uhr
- Juli und August: zusätzlich mittwochs von 9 bis 16 Uhr
- Gruppen ab 10 Personen: Sonderführungen nach Voranmeldung, auch außerhalb dieser Zeiten
Für den Herbst heißt das: Bis zum Nationalfeiertag am 26. Oktober sind noch Führungen möglich, danach ruht die Höhle bis zum Frühjahr. Wer jetzt plant, plant also meist für die kommende Saison. Die genauen Termine für das nächste Jahr werden von den Naturfreunden bekanntgegeben, daher vor der Anreise kurz nachfragen, per Mail an hoehle@gaming.co.at oder beim Tourismusbüro Gaming unter 07485 97308-12.
Ein Hinweis für Besitzer der Niederösterreich-Card: Laut Gemeinde Gaming ist damit ein einmaliger Eintritt samt Führung frei. Hunde dürfen mit, allerdings nur an der Leine und mit Beißkorb.
Anreise: mit dem Auto oder zu Fuß über den Rosskogel
Mit dem Auto führt der Weg über die A1, Abfahrt Ybbs, Amstetten oder St. Pölten Süd, und weiter Richtung Kienberg-Gaming. Von dort ist die Höhle beschildert. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, fährt mit dem Zug nach Scheibbs und mit dem Bus der Mostviertellinie weiter nach Kienberg-Gaming. Von Kienberg-Gaming sind es dann noch rund fünf Kilometer bis zur Höhle.
Schöner ist der Zugang zu Fuß. Die beliebteste Variante beginnt beim Parkplatz Schindlhütte auf 437 Metern Seehöhe:
- Strecke: Schindlhütte – Rosskogel – Tropfsteinhöhle
- Länge: rund 2,6 Kilometer
- Gehzeit: etwa eine Stunde
- Höhenmeter: rund 300 im Aufstieg
- Schwierigkeit: leicht
Der Weg führt durch den Wald und über eine Erlebnissteiganlage über den Rosskogelgraben. Wer länger gehen will, startet in Lackenhof und wandert über Steingrabenkreuz und Kerschbaum zur Höhle, das sind etwa zwei Stunden. Mehr Touren rund um den Berg finden Sie in unserem Beitrag Wandern am Ötscher.
Was Sie mitnehmen sollten
Eine Höhle ist kein Ort für Sandalen, auch nicht im Hochsommer. Die Naturfreunde empfehlen ausdrücklich, zusätzliche Pullover oder Jacken mitzunehmen, denn unter der Erde ist es kalt, unabhängig davon, wie warm es draußen ist. Dazu kommen:
- feste Schuhe mit gutem Profil, weil der Weg stellenweise rutschig ist
- eine warme Schicht, die sich schnell anziehen lässt
- eine eigene Taschenlampe, die beim Hinsehen in Nischen hilft
Helme werden laut Tourenbeschreibung des Landes Niederösterreich vor Ort ausgegeben. Wer zu Fuß über den Rosskogel kommt, hat Wanderschuhe ohnehin an und spart sich das Umziehen.
Ein Ausflugstag ab Gaming: so lässt er sich einteilen
Die Höhle allein füllt einen Vormittag oder einen Nachmittag. Den Rest des Tages können Sie in Gaming verbringen. Ein Vorschlag, der sich für Paare, Familien und kleine Gruppen eignet:
- Vormittag: Anfahrt zum Parkplatz Schindlhütte und Wanderung über den Rosskogel zur Höhle, dann die Führung
- Mittag: Rückweg und Fahrt nach Gaming
- Nachmittag: Rundgang durch die Kartause, mit Kirche, Höfen und der Anlage aus dem 14. Jahrhundert
- Abend: Essen im Kartausenkeller und ein Glas Gaminger Kartausenbräu
Wer zwei Tage hat, teilt anders: am ersten Tag die Höhle, am zweiten eine längere Tour am Ötscher oder eine Runde auf dem GeBIERgsweg im Ort. Weitere Ziele in der Umgebung zeigt die Seite Ausflugsziele.
Einkehr nach der Höhle: Kartausenkeller und Kartausenbräu
Nach einer Stunde in der Kälte schmeckt die Einkehr doppelt. Das Restaurant im Haus heißt Kartausenkeller und hat drei Räume mit eigenem Charakter: das Johannastüberl, den Wintergarten und das Gwölb. Was gerade auf der Karte steht, finden Sie auf der Seite Restaurant.
Dazu gehört das Bier aus dem eigenen Haus. Das Gaminger Kartausenbräu wird seit 2008 in der Kartause gebraut, die neue Brauerei ging 2019 in Betrieb, Braumeister ist Sebastian Dorrer. Die Biere reifen mindestens vier Wochen, bevor sie ausgeschenkt werden. Welche Sorten gerade im Ausschank sind, zeigt die Seite Brauerei. Gaming nennt sich nicht ohne Grund GeBIERgsdorf: Neben der Kartause gibt es mit Bruckners Erzbräu eine zweite Privatbrauerei im Ort.
Wer nicht mehr heimfahren will, bleibt über Nacht. Genächtigt wird in mehreren Häusern innerhalb der Klosteranlage, die Zimmer in Haus Johanna und Haus Albrecht haben eigenes Bad und WC, das Frühstück ist inbegriffen. Zimmertypen und Preise stehen auf der Seite Hotel. So wird aus dem Halbtagesausflug ein Wochenende, ohne dass jemand nach dem Abendessen noch ins Auto steigen muss.
Für Gruppen und Vereine: Höhle und Quartier verbinden
Für Vereine, Firmen und Reisegruppen ist die Höhle besonders interessant, weil die Naturfreunde für Gruppen ab 10 Personen eigene Führungen nach Voranmeldung anbieten, auch außerhalb der regulären Zeiten. Damit lässt sich der Höhlenbesuch fix in ein Programm einplanen.
Die Kartause Gaming nimmt den Rest ab: Nächtigung, Essen, Bier und, für Firmen, Seminarräume in der Klosteranlage. Auf der Seite Seminar ist die Wanderung zur Ötscher-Tropfsteinhöhle bereits als Programmpunkt für Teams genannt. Ein Tag mit Arbeit im Seminarraum, ein Nachmittag unter der Erde und ein gemeinsamer Abend im Gwölb ergeben einen Ablauf, an den sich Teilnehmer erinnern.
Häufige Fragen zur Ötscher Tropfsteinhöhle
Wie lange dauert eine Führung durch die Ötscher Tropfsteinhöhle?
Die Führung dauert laut Gemeinde Gaming rund 45 Minuten. Mit Ankommen, Ausrüstung und Wartezeit sollten Sie etwa eine Stunde einplanen, mit der Wanderung ab der Schindlhütte rund drei Stunden für den ganzen Ausflug.
Kann man die Höhle auch ohne Führung besichtigen?
Nein. Die Ötscher Tropfsteinhöhle ist nur im Rahmen einer Führung zugänglich.
Ist die Höhle im Winter geöffnet?
Nein. Die Führungen laufen laut Naturfreunden Kienberg-Gaming von 1. Mai bis 26. Oktober. Von November bis April ist die Höhle geschlossen.
Ist der Besuch für Kinder geeignet?
Ja, die Höhle ist ein klassisches Familienziel. Wichtig sind feste Schuhe und warme Kleidung. Der Zustieg ab der Schindlhütte ist als leichte Wanderung eingestuft.
Wo kann man nach dem Höhlenbesuch übernachten?
Im Hotel Kartause Gaming nächtigen Sie in der Klosteranlage, mit Frühstück und mit dem Kartausenkeller und der hauseigenen Brauerei im selben Haus.
Fazit
Die Ötscher Tropfsteinhöhle ist ein Ausflug, der sich gut planen lässt: eine Stunde unter der Erde, eine Stunde Wanderung über den Rosskogel, feste Schuhe und eine warme Jacke. Bis 26. Oktober laufen noch Führungen, danach lohnt der Blick auf die nächste Saison. Was die Höhle nicht bietet, finden Sie in der Kartause Gaming: ein Abendessen im Kartausenkeller, ein Glas Gaminger Kartausenbräu und ein Zimmer in der Klosteranlage, damit der Ausflugstag nicht auf der Heimfahrt endet. So lässt sich der Höhlenbesuch mit einer Nacht im Kloster verbinden.