Sehenswürdigkeiten in Gaming: die Kartause und was rundherum liegt

Wer nach Sehenswürdigkeiten in Gaming sucht, steht schnell vor einem einzigen, sehr großen Gebäude: der ehemaligen Kartause. Sie prägt den Ort seit dem 14. Jahrhundert und ist bis heute das, weswegen die meisten Reisenden überhaupt nach Gaming abbiegen. Rundherum liegt allerdings deutlich mehr — ein Bierwanderweg mit achtzehn Stationen, der größte Naturpark Niederösterreichs, eine Museumsbahn über den Berg und der Ötscher als Hausberg des Mostviertels. Dieser Beitrag ordnet ein, was der Ort zu bieten hat, und sagt Ihnen, wo Sie danach einkehren und nächtigen können.
Die Kartause Gaming: Sehenswürdigkeit und Quartier in einem
Herzog Albrecht II. gründete die Kartause im Jahr 1330. Dahinter stand ein Gelübde, das er gemeinsam mit seinem Bruder Leopold vor der Entscheidungsschlacht bei Mühldorf 1322 abgelegt hatte. Den Grundstein legte der Herzog am 13. August 1332 persönlich, 1337 wurde das Kloster in den Ordensverband der Kartäuser aufgenommen, und am 13. Oktober 1342 weihte man die Klosterkirche feierlich ein.
Bemerkenswert ist die Größe: Üblich waren bei einer Kartause zwölf Mönche, Gaming war von vornherein auf vierundzwanzig angelegt — samt entsprechend vieler Einzelhäuser. Unter Prior Sigismund erreichte der Konvent im 15. Jahrhundert seinen Höchststand. Am 27. Jänner 1782 hob Kaiser Joseph II. die Kartause auf. Seit 1983 ist die Anlage in Privatbesitz, und heute stecken in den alten Mauern ein Hotel, ein Restaurant, eine eigene Brauerei, Seminarräume und ein Veranstaltungsbetrieb. Sie können die Sehenswürdigkeit also nicht nur ansehen, sondern direkt darin nächtigen.
Was Sie auf dem Gelände zu sehen bekommen
Die Anlage ist kein einzelnes Haus, sondern ein ganzer Komplex aus Höfen und Trakten. Zum Bestand gehören die gotische Klosterkirche, das gotische Refektorium, der Kreuzgang, die Bibliothek und der Prälatensaal. Rund um den großen Klosterhof lagen die Zellen der Mönche — jede ein eigenes kleines Haus mit Gärtchen, denn Kartäuser lebten und beteten weitgehend für sich allein.
Wer über die Höfe geht, merkt schnell, warum die Anlage in den Ausflugsverzeichnissen des Landes einen eigenen Eintrag hat: Der Maßstab ist ungewöhnlich, die Bausubstanz alt, und vieles steht noch dort, wo es im 14. Jahrhundert geplant wurde. Kaiser Leopold I. erhob die Prioren 1670 in den Prälatenstand — auch das sieht man dem Haus an.
Für Reisende ist vor allem der Umstand praktisch, dass all das an einem Ort liegt. Sie stellen das Auto einmal ab, gehen durch das Tor und haben Besichtigung, Mittagessen und Zimmer innerhalb derselben Mauern. Wer aus Wien, Linz oder Graz kommt, macht daraus ohne Mühe ein Wochenende — und Busgruppen sparen sich das Umsteigen zwischen drei Adressen.
Sehenswürdigkeiten in Gaming außerhalb der Klostermauern
Gaming liegt auf 430 Metern Seehöhe an einer alten Handelsstraße, die einst vom steirischen Erzberg über den Grubberg ins Alpenvorland führte. Die Gemeinde ist weitläufig: Neun Katastralgemeinden reichen von Kienberg bis zum Zellerrain, der Ötscher gehört dazu, ebenso Lackenhof am Ötscher.
Im Ort selbst finden Sie ein Freibad mit Blick ins Gebirge, ein Hallenbad mit Sauna, einen Golfplatz in der Hügellandschaft sowie Tennis, Minigolf und markierte Radrouten. Für einen Regentag ist das ebenso brauchbar wie für den zweiten Urlaubstag, an dem die große Wanderung ausfällt.
Der GeBIERgsweg: zwei Runden durch das GeBIERgsdorf
Gaming nennt sich selbst GeBIERgsdorf, und das hat einen handfesten Grund: Im Ort sitzen zwei Privatbrauereien. Der GeBIERgsweg führt als Wanderweg an achtzehn Stationen vorbei und ist in zwei Runden geteilt. Die Seidel-Runde umfasst die Stationen 1 bis 7, misst rund drei Kilometer und dauert etwa eine Stunde; sie erklärt die Inhaltsstoffe des Bieres. Die Krügerl-Runde schließt mit den Stationen 8 bis 18 an, ist rund sechs Kilometer lang, dauert etwa zwei Stunden und nimmt den Brauprozess auseinander.
Das passende Getränk dazu entsteht im Haus: Das Gaminger Kartausenbräu wird seit 2008 gebraut, seit 2019 in einer neuen Brauerei, Braumeister ist Sebastian Dorrer. Die Biere reifen mindestens vier Wochen, bevor sie ausgeschenkt werden. Was dabei herauskommt und wie gebraut wird, lesen Sie auf der Seite zur hauseigenen Brauerei. Die zweite Privatbrauerei im Ort, Bruckners Erzbräu, rundet das Bild ab.
Der Ötscher und der Naturpark Ötscher-Tormäuer
Der Ötscher ist mit 1.893 Metern der Hausberg der ganzen Gegend und von Lackenhof aus der klassische Aufstieg. Rund um ihn liegt der Naturpark Ötscher-Tormäuer, der größte Naturpark Niederösterreichs. Er erstreckt sich über fünf Gemeinden — Annaberg, Mitterbach, Gaming, St. Anton und Puchenstuben — und ist mit rund 300 Kilometern Wanderwegen erschlossen.
Die bekanntesten Ziele darin sind die Ötschergräben, die wegen ihrer Steilwände gern als Grand Canyon Österreichs bezeichnet werden, der Trefflingfall und die Ötscher-Tropfsteinhöhle, die über einen Erlebnissteig erreichbar ist. Für Wanderer ist das der Grund, gleich mehrere Nächte zu bleiben: An einem Tag ist der Naturpark nicht abzugehen.
Mit dem Ötscherland-Express über den Berg
Die Museumsbahn Ötscherland-Express fährt auf der Bergstrecke der früheren Ybbstalbahn von Kienberg über Gaming nach Lunz am See. Die Strecke misst 17,27 Kilometer, die Fahrt dauert etwa eine Stunde und zehn Minuten. Unterwegs überwindet der Zug Steigungen von bis zu 31 Promille, klettert vom tiefsten Punkt auf 391 Metern hinauf auf 700 Meter und quert dabei zwei historische Viadukte sowie Felseinschnitte von bis zu dreißig Metern Höhe.
Gehalten wird unter anderem in Kienberg, Gaming, Pfaffenschlag, Holzapfel, Lunz Amonhaus und Lunz am See. Wer mit dem Zug anreist statt mit dem Auto, hat damit gleich das erste Ausflugsziel erledigt.
Weiter im Umkreis: Seen, Täler und Mariazell
Von Gaming aus sind mehrere Ziele in überschaubarer Fahrzeit erreichbar. Der Lunzer See und der Erlaufsee laden zum Schwimmen, das Mendlingtal führt entlang des Wassers durch die ehemalige Holztrift. Das Hochkar in den Göstlinger Alpen ist im Sommer Wandergebiet und im Winter Skigebiet, ebenso wie der Ötscher selbst. Im Haus der Wildnis bekommen Sie das Wildnisgebiet mit dem Urwald Rothwald erklärt, auf der Salza wird Rafting angeboten, und in Göstling gibt es ein Solebad.
Etwas weiter, aber für einen Tagesausflug gut machbar, liegen Mariazell als Wallfahrtsort und die Wachau mit ihren Weinorten. Damit lässt sich eine ganze Woche füllen, ohne dass ein Tag dem anderen gleicht.
Ein Hinweis zur Planung: Die Fahrzeiten in dieser Gegend täuschen. Auf der Karte sehen die Ziele nah aus, dazwischen liegen aber Täler und Passstraßen. Rechnen Sie lieber ein Ziel pro Tag und nehmen Sie sich Zeit dafür — der Reiz der Gegend liegt ohnehin weniger im Abhaken als im Gehen.
Wo Sie in Gaming einkehren und nächtigen
Das Restaurant der Kartause heißt Kartausenkeller und hat drei sehr unterschiedliche Räume: den hellen Wintergarten für rund vierzig Personen, das Johannastüberl mit Gewölben und bemalten Glasfenstern sowie das urige Gwölb für rund siebzig Personen. Auf den Tisch kommen regionale Spezialitäten, dazu ein Wochenmenü und monatlich wechselnde Themenschwerpunkte. Die aktuellen Zeiten und Karten finden Sie beim Kartausenkeller.
Übernachtet wird in den Häusern Albrecht und Johanna: 26 Zimmer und drei Appartements mit insgesamt 57 Betten, jeweils mit Bad und WC, Smart-TV, Telefon, Minibar, Föhn und WLAN, das reichhaltige Frühstück ist inbegriffen. Für Gruppen ab zwanzig Personen gibt es von Mai bis August zusätzlich einfache Zimmer. Wer im Advent kommt: Der Adventmarkt in der Kartause läuft von 28. November bis 8. Dezember 2026, die Programminfos stehen unter Veranstaltungen.
Häufige Fragen zu den Sehenswürdigkeiten in Gaming
Wie alt ist die Kartause Gaming?
Gegründet wurde sie 1330 von Herzog Albrecht II., der Grundstein wurde am 13. August 1332 gelegt und die Klosterkirche am 13. Oktober 1342 geweiht. Damit ist die Anlage knapp 700 Jahre alt. Als Kloster bestand sie bis zur Aufhebung am 27. Jänner 1782.
Wie lange dauert der GeBIERgsweg?
Für die Seidel-Runde mit den Stationen 1 bis 7 rechnen Sie rund drei Kilometer und etwa eine Stunde. Die Krügerl-Runde mit den Stationen 8 bis 18 ist rund sechs Kilometer lang und dauert etwa zwei Stunden. Wer beide Runden geht, hat alle achtzehn Stationen gesehen.
Was kann man bei Schlechtwetter in Gaming unternehmen?
Die Kartause selbst ist ein Ziel für jedes Wetter, dazu kommen das Hallenbad mit Sauna im Ort, die Ötscher-Tropfsteinhöhle und eine Fahrt mit dem Ötscherland-Express. Auch das Solebad in Göstling und das Haus der Wildnis sind wetterunabhängig.
Was ist das GeBIERgsdorf?
So nennt sich Gaming selbst, weil im Ort zwei Privatbrauereien arbeiten: das Gaminger Kartausenbräu in der Kartause und Bruckners Erzbräu. Der GeBIERgsweg mit seinen achtzehn Stationen verbindet dieses Thema mit dem Wandern und ist die jüngste Attraktion im Ort.
Eignet sich Gaming für einen Ausflug mit einer Gruppe?
Ja. Die Kartause nimmt Gruppen auf, im Gwölb finden rund siebzig Personen Platz, und von Mai bis August stehen für Gruppen ab zwanzig Personen zusätzliche einfache Zimmer bereit. Für Busreisen lassen sich Besichtigung, Einkehr und Nächtigung an einem Ort verbinden.
Fazit
Die Sehenswürdigkeiten in Gaming lassen sich gut an einem Wochenende verbinden: die Kartause als historischer Mittelpunkt, der GeBIERgsweg als Spaziergang mit Erklärung, der Naturpark Ötscher-Tormäuer für die längeren Touren und der Ötscherland-Express als Fahrt, die selbst schon ein Ausflug ist. Das Praktische daran ist die kurze Wegstrecke: Besichtigung, Essen und Bett liegen im selben Gebäude. Wenn Sie länger bleiben möchten, finden Sie die Zimmer und die aktuellen Angebote beim Hotel in der Kartause.